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Sa, 14. März 2026

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"Das Vaterland, wie fesselt es uns..." Jüdisches Leben im Königreich Sachsen (1806-1871)

ISBN:
Systematik: D 302
Verlag: Leipzig : Universitätsverlag
Erscheinungsjahr: 2026
Schlagworte:
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                                        D 302  Sachsen

"Das Vaterland, wie fesselt es uns..." Jüdisches Leben im Königreich Sachsen (1806-1871) / Herausgegeben von Daniel Ristau, Joachim Schneider und Gunda Ulbricht unter Mitarbeit von Frank Metasch und Henrik Schwanitz. - Leipzig : Universitätsverlag, 2026. - 309 S.

Buch kt.

SACHSEN ; JUDEN ; JUDEN/SACHSEN

Im Zeitraum von der Erhebung Sachsens zum Königreich 1806 bis zur Ausrufung des Deutschen Kaiserreichs 1871 war jüdisches Leben in Sachsen durch zwei gegensätzlichen Entwicklungslinien gekennzeichnet:

Einerseits lässt sich eine, bereits in der zeitgenössischen Publizistik immer wieder hervorgehobene verzögerte rechtliche Emanzipation erkennen. Erst die späten 1830er Jahre eröffneten die Möglichkeit der Errichtung öffentlicher Synagogen und den Erwerb des Bürgerrechts. Im Rahmen der Revolution von 1848/1849 erfolgte die Gleichstellung, die in der Phase der Restauration zumindest den sächsischen - nicht jedoch den hier lebenden ausländischen - Juden erhalten blieb. Den tatsächlichen Schlusspunkt der Emanzipation setzten der Eintritt Sachsens in den Norddeutschen Bund und die Gründung des Kaiserreichs.

Andererseits erfolgten, befördert durch die Ideen von Aufklärung und Französischer Revolution, innerhalb der jüdischen Gemeinden grundlegende kulturelle Umbrüche: Reformen des Gottesdienstes und in der Erziehung der jüdischen Jugend markierten Prozesse der Akkulturation, der Verbürgerlichung und eines modernen Bildungsstrebens unter den hier lebenden Jüdinnen und Juden. Diesen boten sich nun vor allem in Dresden und Leipzig neue politische und sozio-kulturelle Anknüpfungspunkte, so durch Vereinsmitgliedschaften oder mit der Wahl von Juden zu Stadtverordneten. Die in Sachsen erscheinenden jüdischen Zeitungen und die Lokalpresse dokumentieren die Entstehung eines neuen jüdisches Selbstverständnisses.

Beide Entwicklungslinien treffen sich in den Lebensläufen der Jüdinnen und Juden in Sachsen, deren Zahl sich vom Anfang des Zeitraums bis 1871 auf 3.346 ungefähr verdreifachte. Mit rund 120 ausgewählten Biografien aus ganz verschiedenen sozialen Milieus führt dieser Band in die Geschichte und Besonderheiten jüdischen Lebens in Sachsen sowie in Fragen des jüdischen Selbstverständnisses ein.